Protaginisteninterview mit Frau Waldrada – aus „Foy und der Ring des Mauren“ von K. Münz

 

Hallöchen!

Heute gibt es mal was ganz anderes für euch, und zwar habe ich mich mit der lieben Frau Waldrada getroffen. Sie ist eine Protagonistin im Buch „Foy und der Ring des Mauren“ von der lieben Katharina Münz. Was dabei rauskam, könnte ihr hier nachlesen!

Viel Vergnügen!

Damit ihr euch ein Bild von der lieben Waldrada machen könnt:

Quelle: https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Stuttgarter_Psalter_Folio_23_-_Miniatur_108r_Detail.jpg

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Ich: Stellen Sie sich doch bitte kurz vor? Wer sind Sie, wo leben Sie?

Waldrada: *schaut sich irritiert um* Von wem sprecht Ihr, meine liebe Frau? Außer uns beiden ist doch niemand hier anwesend …?

Ich: Oh, verzeiht, Frau Waldrada, ich vergaß ganz auf meine guten Manieren. *an die Leser gewandt: Im 9. Jahrhundert wurden Edelleute ja per „Ihr“ und „Euch“ angesprochen. *
Lasst uns noch einmal von Neuem beginnen!
Liebe Frau Waldrada, vielen Dank, dass Ihr mich empfangt.

Ich freue mich, dass ich Euch ein paar Fragen stellen darf.

Waldrada: *lächelt erleichtert* Ich danke Euch für eure freundliche Rede. Mein Name ist Waldrada von Worms, ich bin die Ehefrau von Childeric, dem Gauvogt an der kaiserlichen Pfalz in Worms – und dort leben wir auch.

Ich: Ihr besitzt einen außergewöhnlichen Namen.Was bedeutet er, woher kommt er?

Waldrada: Nun, so außergewöhnlich ist er nicht, in meiner Familie ist er weit verbreitet. Er setzt sich zusammen aus der Silbe „Wald“, die den Sippennamen bildet, und „walten“ im Sinne von dem, was Ihr heute „regieren“ nennt, bedeutet. Mein Vater heißt zum Beispiel Waldemar, mein Bruder Waldfried – daran erkennt man unsere Familienzugehörigkeit.
Und die Silbe „rada“ bedeutet „ratgebend“ – worin ich mich als Ehefrau meines Gatten auch versuche.

Ich: Wer gehört zu eurer Familie?

Waldrada: Nun, da ist natürlich Childeric, mein Gatte, dann Childebrand, unser kleiner Sohn. *schaut traurig zur Seite“ Und dann war dann noch Chrodechilde, unsere Tochter. Aber die ist leider wenige Tage nach der Geburt von uns gegangen.

Ich: Was haltet Ihr von Foy?

*Waldradas Augen leuchten auf* Ahh, Foy! Nun – sie ist sicher keine gewöhnliche Magd, und meine Mutter ermahnte mich auch, Ihr nicht zu vertrauen, weil sie doch mit dem Makel dunkler Haut zur Welt gekommen ist und zudem … schon lange regelmäßig das Bett mit meinem Gemahl teilte, als er mich geheiratet hat. Aber zum Glück habe ich auf mein Herz gehört, denn Foy ist meine größte Stütze geworden. Ich wüsste nicht, was ich ohne sie tun sollte!

Ich: Wie sieht ein typischer Tag bei Euch aus?

Waldrada: Nun, nachdem ich morgens aufgestanden bin, kleidet Foy mich an. Das kann recht lange dauern, besonders jetzt, da meine Körperfülle es nicht erlaubt, dass ich mich leichtfüßig bewege. Danach bete ich in der Kapelle der Pfalz dafür, dass mein Gemahl … Aber nein, darüber sollte ich nicht in aller Offenheit sprechen.
Nach dem Frühstück gibt es viel zu tun: Die Arbeiten im Haushalt müssen überwacht werden, Handarbeiten angefertigt, und dafür gesorgt werden, dass immer genügend Vorräte vorhanden sind. Denn abends lädt mein Gatte regelmäßig die Edlen des Wonnegaus ein, und dann halte ich die Ohren offen, um Neuigkeiten aus der Welt zu erlauschen!

Ich: Gibt es in Eurer Zeit viele Regeln? Zum Beispiel habe ich gehört, dass Frauen von Eurem Stand gar nicht alleine das Haus verlassen dürfen. 

Waldrada: *lacht irritiert* Ja freilich, wo denkt Ihr hin? Die Ehre einer Edelfrau wäre auf der Stelle beschmutzt, wenn sie sich ohne Begleitung außerhalb des Hauses blicken lassen würde! Es ist auch überaus wichtig, als verheiratete Frau das Haar zu verhüllen, denn nur Jungfrauen gehen barhäuptig auf die Straße. Und natürlich das Gesinde wie Foy.

Ich: Wie sieht es mit dem Heiraten aus? Gibt es nur organisierte Hochzeiten? 

Waldrada: Aber natürlich! Wie sonst sollten Ehen geschlossen werden? *senkt ihre Augen und die Stimme gleichermaßen* Wobei, ganz im Vertrauen, ich gehört habe, dass … Vor kaum 20 Jahren, da soll Judith, die Tochter von Karl dem Kahlen, dem westfränkischen König und Kaiser, doch wahrhaftig … *holt Luft* Sie soll eigenhändig aus dem Fenster des Klosters geklettert sein, in das ihr Vater sie gesteckt hatte, und gemeinsam mit einem einfachen Waldgrafen davongelaufen sein, in dessen ritterliche Gestalt sie sich unsterblich verliebt hatte – nachdem sie ihn beim einem Gottesdienst von weitem gesehen hatte. *hebt die Hände, um die roten Flecken auf ihren Wangen zu verbergen* So sagt man zumindest. Unter der Hand.

Ich: Ihr sind verheiratet und habt bereits Kinder. Bald soll das nächste Baby zur Welt kommen. Darf man fragen, wie alt Ihr seid? 

Waldrada: Aber natürlich dürft Ihr das! *lacht* Ich bin schon fast achtzehn Jahre alt, also beinahe eine alte Frau, nachdem ich mit fünfzehn meinen Gatten geheiratet habe.

Ich: Eure Lieblingsspeise?

Waldrada: *errötet* Ich muss zugeben, dass ich meine Vorliebe für Honigkuchen leider an meinen kleinen Childebrand vererbt haben muss.

Ich: Möchtet Ihr den Lesern noch etwas mitteilen? 

Waldrada: Ach ich weiß nicht recht … Vielleicht, dass die Leser nicht erschrecken sollen, weil Foy mitunter recht handfeste Ausdrücke benutzt. Wenn sie nur bei den Sagengestalten ihres geliebten Nibelungenlieds fluchen kann! *seufzt* Aber ich kann machen, was ich will, das ist ihr nicht auszutreiben. Doch solange sie mir weiter so treu zur Seite steht, und vor allem meinem Gatten jeden seiner … absonderlichen Wünsche erfüllt, soll es mir recht sein.

Ich: Vielen lieben Dank für Eure Zeit! Ich freue mich schon darauf, bald mehr von Euch und Eurem Leben in „Foy, und der Ring des Mauren“ zu hören und lesen. 🙂
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Hier kommt ihr zur FB-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/1320502248063443/

Hier kommt ihr zu Katharinas Blog: https://katharinamunz.wordpress.com/

Hier kommt ihr direkt zum Buch: Foy und der Ring des Mauren https://www.amazon.de/dp/B06ZZNGDM4/

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3 Antworten zu Protaginisteninterview mit Frau Waldrada – aus „Foy und der Ring des Mauren“ von K. Münz

  1. rina.p schreibt:

    Total sympathische Frau.Gut geworden. Ich mag solche Interviews mit den Protagonisten. Ich hatte auch schon zwei. Das macht total Spass. 🙂

  2. Pingback: Impressionen von der Facebook-Relesepary | Teil 3 Beiträge von Sandra Pulletz | Katharina Münz

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